KI-Suche – zwischen Zielgruppe und Marke.
Die neue Sichtbarkeit:
Wie KI-Systeme Ihrer Marke vertrauen.
Früher suchten Menschen nach Quellen. Klassische Suchergebnisse lasen sich wie ein Branchenbuch. Heute werden vermehrt Assistenten gefragt. Ein digitaler Berater übernimmt die Auswahl, fasst zusammen, empfiehlt und verweist auf ausgewählte Quellen. Die Folge:
Unternehmen verlieren Klicks, obwohl ihre Rankings stabil bleiben.
KI-Antworten verringern die Sichtbarkeit vieler organischer Treffer. Google zeigt KI-Zusammenfassungen (AI Overviews) oft ungefragt über den klassischen Suchergebnissen. Shopping, Recherche und Entscheidungsprozesse verlagern sich direkt in die Suchoberfläche. Vor KI waren es Textauszüge, Maps und andere Zero-Click-Elemente. Nun ist KI eine beliebte Alternative zur klassischen Trefferliste. Wenn KI eine Marke als relevant und vertrauenswürdig einstuft, wird sie in der KI-Antwort genannt und die Website als Quelle verlinkt, dadurch gewinnt die Marke an Sichtbarkeit.
Wie aber wählen KI-Assistenten aus, welchen Marken sie vertrauen? Was müssen Marke und Marketing in Zeiten von KI berücksichtigen? Generative Engine Optimization, also Optimierung von Inhalten für KI-Systeme, versucht diese Fragen zu beantworten.
Was ist GEO (Generative Engine Optimization)?
GEO beschreibt die Optimierung von Inhalten für KI-Systeme, damit diese Inhalte verstehen, zitieren und in ihre Antworten integrieren können.
Was bewerten KI-Systeme besonders stark?
Vertrauenswürdigkeit, Fachkompetenz, Quellenqualität, Konsistenz und maschinenlesbare Struktur.
Sichtbarkeit wird zur Vertrauensfrage.
Suchmaschinen werden zunehmend agentisch. Sichtbarkeit in KI-Systemen wird relevanter als klassische Rankings. Vertrauen, Autorität und Originalität gewinnen an Bedeutung. Strukturierte Daten und maschinenlesbare Inhalte werden immer wichtiger. Öffentliche Rezensionen, Referenzen und Fallstudien fliessen in KI-Antworten ein.
Anstelle einer einzigen Suchanfrage führt die KI mehrere Recherchen nach Teilaspekten zusammen. Das wird auch als Query Fan Out bezeichnet. Hier punkten Marken, die ihre Relevanz konsistent präsentieren.
Zwei Beispiele aus der Praxis:
Ein Unternehmen positioniert sich als Innovationsführer. Doch die Website, LinkedIn und Branchenportale beschreiben Unternehmen und Leistungen sehr unterschiedlich. Das verwirrt und schwächt die wahrgenommene Expertise und Vertrauenswürdigkeit und führt letztlich zu weniger Empfehlungen in KI-generierten Antworten.
Ein anderes Unternehmen hat seine Positionierung nicht klar definiert oder nicht ausreichend in der Organisation verankert. Mitarbeitende kommunizieren die Marke unterschiedlich, Inhalte widersprechen sich oder setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Dadurch entstehen uneinheitliche Signale. Das Resultat ist dasselbe: Die Marke wirkt weniger vertrauenswürdig und wird von KI-Systemen seltener als relevante Empfehlung berücksichtigt.
Was sich bei Google konkret verändert.
Die Suche wird agentisch. Die KI nimmt dem Nutzer viele Aufgaben ab.
- Terminbuchungen
- Reservierungen
- Preisüberwachung
- komplexe Rechercheaufgaben
Google erweitert die Suche nach Informationen durch das Erledigen der eigentlichen Aufgabe.
Google wird zur KI-Assistenzplattform.
AI Overviews ersetzen die reine Suchinteraktion durch Dialoge. Antworten enthalten eigene Aufbereitungen statt Linklisten. Der Kontakt zur Marke wird indirekter.
Das Gesamtbild entscheidet.
Text, Bilder, Sprache und Video werden gemeinsam verarbeitet. Für KI-Systeme zählt nicht ein einzelner Kanal, sondern das Zusammenspiel der Informationen.
Warum das für Marken relevant ist?
Unternehmen müssen technologisch Schritt halten, um ihre Marktposition zu sichern oder neue Marktanteile zu erobern, bevor die Konkurrenz die KI-Antwortplätze besetzt.
Etablierte Marken besitzen bereits eine digitale Historie. Diesen Vertrauensvorschuss gilt es jetzt zu nutzen und auszubauen, indem Inhalte gezielt KI-lesbar und barrierefrei aufbereitet werden. Nur wer für die Algorithmen von KI wie Gemini, Claude und ChatGPT auffindbar ist und vertrauenswürdig erscheint, wird als Empfehlung ausgespielt.
Selbst wenn eine Marke bei Google gut rankt, bedeutet das nicht automatisch, dass sie in KI-generierten Antworten erscheint. Auch darf die menschliche Leserschaft nicht vergessen werden, denn auf deren Vertrauen kommt es an. Daher muss die Kommunikation auf allen Kanälen ein konsistentes Markenbild erzeugen.
Die gute Nachricht: Vieles, was bisher galt, gilt weiterhin. Es wird aber noch wichtiger.
Neben Konsistenz sind die Eigenschaften einer starken Marke relevant, um die Zielgruppen erreichen zu können: Positionierung, Differenzierung, Design, Emotion und Vertrauen. Reine Bekanntheit und Sichtbarkeit, Lautstärke, SEO-Targeting, Werbedruckstärke, Einzelkampagnen und die Häufigkeit der Kommunikation verlieren dabei tendenziell an Bedeutung.
Eine Marke als Steuerungsinstrument zu verstehen, genau diese Sichtweise dürfte an Bedeutung gewinnen.
Eine Marke muss
- verständlich
- glaubwürdig
- konsistent
- belegbar
- maschinenlesbar
sein.
Ich halte es deshalb für sinnvoll, Marken entlang von miteinander verbundenen Dimensionen zu betrachten:
- Menschliche Relevanz – emotionale Wirkung, Identifikation und Präferenz.
- Strategische Relevanz – klare Positionierung, Differenzierung und Geschäftsbezug.
- Organisationale Relevanz – konsistente Umsetzung über Prozesse, Mitarbeitende und Touchpoints.
- Maschinelle Relevanz – eindeutige, belegbare und strukturierte Signale, die KI-Systeme korrekt interpretieren und in Empfehlungen einbeziehen können.
Alle vier Dimensionen waren schon immer entscheidend für Marken, die nachhaltig Wirkung entfalten wollen. Neu ist jedoch ihre Wechselwirkung: KI-Systeme können heute innerhalb kürzester Zeit bewerten, ob diese Dimensionen stimmig zusammenspielen. Dadurch gewinnen insbesondere die menschliche, strategische und organisationale Relevanz an Bedeutung. Inkonsistenzen, fehlende Nachweise oder widersprüchliche Signale werden von KI häufig früher erkannt als von den Zielgruppen.
Vertrauen entsteht durch nachvollziehbare Quellen und belegbare Aussagen. Dies beschreibt Google mit einem Qualitätskonzept namens E-E-A-T. Das Kürzel steht für Erfahrung, Expertise, Massgeblichkeit (Authoritativeness) und Vertrauenswürdigkeit (Trustworthiness).
Um dieses Vertrauen digital aufzubauen, reicht die eigene Website allein nicht mehr aus. Wenn Informationen auf der Website, in sozialen Medien und auf Bewertungsplattformen ein einheitliches, stimmiges Bild abgeben, hilft das den Algorithmen, eine Marke als verlässliche Quelle einzustufen und sie im gesamten Netz als Expertin anzuerkennen.
Damit Suchmaschinen und moderne KI-Assistenten diese Inhalte überhaupt richtig auswerten können, müssen sie maschinenlesbar sein. Ein sauberer, strukturierter Aufbau ist eine wichtige Grundlage. Was früher schon für die klassische Suchmaschinenoptimierung wichtig war, wie klare Überschriften, Struktur und Bildbeschreibungen, wird für die KI-Optimierung (GEO) essenziell. Bildbeschriftungen und barrierefrei zugängliche Texte machen Webseiten sowohl für Menschen als auch für Maschinen leichter lesbar. Je einfacher und barrierefreier wir es den Systemen machen, desto eher fliessen unsere Inhalte in die Antworten der KI-Assistenten ein.
Fazit: Die Marke muss Menschen und Maschinen überzeugen.
Wenn Sie wissen möchten, wie gut Ihre Marke auf die neuen Anforderungen vorbereitet ist, analysieren wir gemeinsam mit Ihnen den Status quo, identifizieren die wichtigsten Handlungsfelder und begleiten Sie bei der strategischen und operativen Umsetzung.
Autor: Ingo Steinke
Web-Application-Entwickler




